RAUM | TINY | VON DORINA

In meiner Themenserie “tiny” schreibe ich über die Themen Minimalismus, Tinyhouses, Vanlife und Communitylife und wie mein Weg dorthin aussah. Es gab einige Schlüsselmomente, die in mir einen Prozess ausgelöst haben und mich zu diesen Themen gebracht haben, an denen ich dich teilhaben lassen möchte. 

Der Film “Raum” hat mich sehr beeindruckt. Er ist kein leichtes Brot, denn er handelt davon, dass eine Mutter mit ihrem Sohn in einem kleinen Raum gefangen gehalten wird. Sowas ist schrecklich. Aber er handelt auch von Freude, Liebe und Freiheit. Der fünfjährige Jack ist in dem kleinen Raum geboren und aufgewachsen, er kennt nichts anderes. Für ihn ist “Raum” sein Zuhause. Normalerweise kann man sich nicht vorstellen, dass sich ein Kind fünf Jahre lang auf nur 9m² bewegt und dabei noch glücklich und zufrieden ist, träumt und das Leben genießt. Jack hat mich daran erinnert, dass ich erleben durfte, wie glücklich Menschen in verhältnismäßig kleinen Häusern sein können. In Manila, der Hauptstadt der Philippinen, hatte ich die Möglichkeit Menschen Zuhause zu besuchen und auch ein paar Tage mit einer Familie in ihrem kleinen Haus zu wohnen. Das, was ich dort erlebt habe war Gemeinschaft und Dankbarkeit. Das hatte ich nicht erwartet. Ich hatte eigentlich mit Eingeengtheit, Missmut und Unzufriedenheit gerechnet. Aber das hielt sich in Grenzen. Ich habe kleine Häuser als etwas normales, ausreichendes und gemeinschaftsförderndes kennen gelernt. Die Zeit auf den Philippinen hat mich sehr geprägt und mich mein Verständnis von Normalität neu überdenken lassen. 

Eine weitere Begebenheit dort ist mir noch sehr präsent in Erinnerung. Ich war mit einer Freundin im Bus unterwegs und wir sind an einer neuen Siedlung mit schönen großen (in Deutschland ganz “normalen”) Häusern vorbei gefahren. Sie fragte mich, ob ich auch in so einem Haus in Deutschland wohne. Als ich bejahte, guckte sie mich an und sagte, ich seie sehr sehr reich. Ja, das stimmt auch. Im Weltvergleich ist Deutschland relativ reich. Und auch der Wohnstandard ist vergleichsweise hoch. Die Zeit auf den Philippinen hat meinen Blick gewandelt und ich bin dankbar ein dichtes Dach, eine verputzte Wand, sogar gestrichen oder mit Tapete zu haben. Auf den Philippinen bin ich einem ganz anderen Standard begegnet, der mich ins Nachdenken über mein eigenes Leben gebracht hat. Wieder in Deutschland habe ich mich erstmal sehr zurückgezogen, wenig über die Zeit auf den Philippinen geredet, denn ich musste so viele Eindrücke verarbeiten und kaum jemand aus meinem Umfeld hatte ähnliches erlebt. Ich schwang zwischen einem Helfer Impuls, Solidarität und Verwirrung, wie die Welt auch anders aussehen kann. Der Film “Raum” hat mich in diesem Prozess inspiriert und ich habe gemerkt: Eigentlich brauche ich nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen. Wie ich damit weiter umgegangen bin und welche Schritte daraus für mein Leben gefolgt sind, schreibe ich in den nächsten Artikeln dieser ”tiny”-Serie.

2 Kommentare zu „RAUM | TINY | VON DORINA

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