MINIMALISMUS UND KONMARI | TINY | VON DORINA

In meiner Themenserie “tiny” schreibe ich über die Themen Minimalismus, Tinyhouses, Vanlife, Communitylife und wie mein Weg dorthin aussah. Minimalismus an sich ist für mich nicht erstrebenswert aber ein wunderbares Mittel zum Zweck, genau wie die Konmari-Methode. 

Minimalismus und reduziert leben ist schon seit einiger Zeit ein großer Hype bei uns in Deutschland, doch wir erfinden da nichts Neues. Diese Art zu leben ist in vielen Teilen der Welt Normalität. 
Meinen ersten Kulturschock hatte ich, als ich nach meinem Auslandsjahr nach Hause kam und die Kleiderschranktüren geöffnet habe. Mich erwartete ein Schrank, voller Klamotten. Was mich daran so überrascht hat, war die Tatsache, dass ich ein Jahr lang ohne diese Sachen wunderbar klar kam und sie auch kein Stück vermisst habe. Ich hatte vergessen, dass ich so viele Klamotten hatte und wusste dann ganz genau, dass ich den Großteil davon nicht brauche. Da startete ich meine erste radikale Ausmistaktion. 

Im letzten Artikel dieser Serie „RAUM | TINY“ habe ich erzählt, wie es dazu kam, dass ich gemerkt habe, dass ich nur wenig Materielles brauche, um ein glückliches Leben zu führen. In meinen Recherchen bin ich dann auf den Begriff Minimalismus gestoßen, der ein umfassendes Wort dafür ist, so wenig wie nötig zu besitzen und reduziert zu leben. Das Netz ist voll von Berichten, Empfehlungen, Tipps und Anleitungen zum Minimalismus. Ich habe mir davon eine Sache rausgepickt, nämlich die Konmari-Methode (dazu ist die Netflixserie “Marie Kondo” erschienen). Das Buch “Magic cleaning – wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert”, von Marie Kondo, einer Japanerin die als Aufräumchoach arbeitet, hat mich fasziniert. Ich habe die Theorie studiert und meine zweite, noch radikalere Ausmistaktion gestartet. Mir war es wichtig, dass mein Streben nach Minimalismus nicht zum Selbstzweck wird, sondern ein Mittel zum Zweck ist. Ich war so fasziniert von dem reduzierten Wohnen und habe auf den Philippinen in kleinen Häusern gewohnt, dass in mir der Traum gewachsen ist, in ein Tinyhouse (Minihaus) zu ziehen. Mein Ziel dieser Ausmistaktion war also, am Ende so wenig zu besitzen, dass ich damit in ein Tinyhouse passe. 

Die Vorgehensweise bzw. Prinzipien sind einfach: 

  • behalte was dich glücklich macht und was du brauchst
    • so gucke ich mich um und alles was ich sehe macht mir Freude
  • gehe nach Kategorien vor: Klamotten, Bücher, Papierkram, sonstige Kategorien und zum Schluss die Erinnerungen
    • so kommt alles dran und nichts wird vergessen, ich fand diese Struktur klasse
  • hole alles von einer Kategorie und lege es auf den Boden
    • das war krass, mein Boden war mehrmals komplett bedeckt. Da habe ich erstmal gemerkt, wie viel ich wirklich habe
  • alles bekommt seinen eigenen Platz und Dinge aus der gleichen Kategorie werden an einem Ort aufbewahrt

Ich habe dafür ein paar Monate, ein Kumpel nur eine Woche gebraucht. Das Ergebnis war in beiden Fällen Freude, Befreiung, Wohlfühlen und Entspannung. 
Es ist entspannt wenig zu besitzen. Meine Begeisterung von dieser Methode war so groß, dass ich andere damit angesteckt habe und immer wieder anstecke. Das macht doppelt Freude. 
Für mich persönlich hat die Durchführung der Konmari-Methode mehr Platz geschaffen. Mir gefällt, dass ich genau weiß was ich habe und durch das einfache Kategoriesystem auch alles relativ schnell finde. 

Eigentlich dachte ich, nun würde mir das mit der Ordnung leichter fallen. Aber leider sieht es in meiner Wohnung immer mal wieder aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Uppsi. Naja, aber das Aufräumen geht viel schneller als früher. Alles hat seinen Platz und kann schnell dorthin zurückfinden. Das macht mein Leben einfach entspannter. Beim Einkaufen fällt es mir viel leichter, nicht zu kaufen, weil ich genau weiß, dass der neue Gegenstand einen eigenen Platz und auch Zeit braucht.

Zum Schluss möchte ich noch aus Silbermonds Single “leichtes Gepäck” zitieren:

Eines Tages fällt dir auf
Dass du 99% nicht brauchst
Du nimmst all den Ballast
Und schmeißt ihn weg
Denn es reist sich besser
Mit leichtem Gepäck

“Denn es reist sich besser, mit leichtem Gepäck”. Das wissen wir alle, aber so einfach ist das nicht, oder? Welche Bedeutung Minimalismus für mich beim Reisen hat, davon schreibe ich in meinem nächsten Artikel der Tiny-Serie im Juli. 

3 Kommentare zu „MINIMALISMUS UND KONMARI | TINY | VON DORINA

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