KANN DEINE HERKUNFTSFAMILIE DEINE BERUFSWAHL BEEINFLUSSEN?

Der gemeinsame Betrag für September „Töchter“ wird die verschiedenen Sichtweisen auf unsere Herkunftsfamilien thematisieren. Der Septemberbeitrag wird erst Ende des Monats erscheinen, weil wir in diesen Monat unsere Planung zum Veröffentlichen umgestellt haben. Dieser Beitrag ist schreibtechnisch erst nach dem Schreiben des Monatsbeitrages entstanden. Mir ist beim Schreiben aufgefallen, dass meine Herkunftsfamilie schon einen Einfluss auf meine Berufswahl hatte. Da mir das Thema so wichtig ist, widme ich ihm einen eigenen Beitrag. Als erstes möchte dich nochmal in meine Familie mit hineinnehmen und später noch ein wenig ganzheitlich betrachten.

  • Meine Familie und mein Einfluss auf meine Berufswahl:
  • Ich komme aus einer Familie, die Menschen wertschätzt, ihnen dient und in der Familie Zusammenhalt großgeschrieben wird . Ich glaube nur deshalb gibt es einige Personen im meiner Familie im medizinischen Bereich als Ärzte und Krankenschwestern, aber auch die handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten wurden, glaub ich weitergegeben und haben vor allem meine Brüder in ihrer Berufsfindung inspiriert. Ich habe nie lange darüber nachgedacht nicht in einen Beruf in Sozialen und medizinischen Bereich zu gehen. Es ist mir wichtig mit Menschen zu tun zu haben, ihnen zu helfen, ihnen Zeit und ein offenes Ohr zu schenken, Beziehungen zu bauen und sie bei dem zu unterstützen was sie brauchen.
  • Bei mir ist die Frage der Berufswahl schon ein paar Jahre her, aber meine Cousine Johanna stand vor kurzem vor dieser Entscheidung. Da mir verschiedene Perspektiven auf das Thema wichtig sind, habe ich Johanna gebeten ihre Gedanken zu ihrer Berufswahl und ihrem Weg dorthin aufzuschreiben:
  • Johannas Perspektive
  • Ich bin Johanna, 20 Jahre alt und Anna´s jüngste Cousine. Wie Anna schon erzählt hat, kommen wir aus einer großen Familie, in der Zusammenhalt großgeschrieben wird. Ich selbst bin die Jüngste von vier Geschwistern.
  • Meine Familie und mein Einfluss auf meine Berufswahl:
  • Ich studiere seit zwei Semestern Medizin. Meine Eltern sind beides Ärzte und in meinem weiter gefassten Familienkreis gibt es sogar noch einen weiteren Arzt, zwei Krankenschwestern und eine Altenpflegerin. Über diese Berufsrichtung zumindest nachzudenken lag für mich also auf der Hand. Dazu muss ich sagen, dass meine drei älterenGeschwister sich bewusst gegen ein Medizinstudium entschieden haben. Habe ich je den Druck gefühlt genau aus diesem Grund eben diese Richtung einzuschlagen oder einer familiären Prägung folgen zu müssen? Eigentlich nicht, aber die Frage gestellt habe ich mir schon. Meine Eltern haben mich nie zu irgendwas gedrängt und haben auch nie von mir erwartet irgendein „Familienunternehmen“ zu übernehmen, aber sie freuen sich nun schon, dass eins der eignen Kinder die gleiche Richtung wie sie eingeschlagen hat. Tatsächlich ist es unter Medizinstudenten keine Seltenheit, dass ein oder beide Elternteile Mediziner sind. Ich finde es durchaus verständlich, wenn Kinder einen ähnlichen Weg einschlagen, wie ihre Eltern oder nähere Verwandte. Nach der Schule steht man vor einem so großen, unüberblickbaren Feld von Möglichkeiten, da ist es einfacher sich für etwas zu entscheiden von dem man schon eine Vorstellung hat. Oder man entscheidet sich genau gegen das, was man beispielsweise von den Eltern so mitbekommt. Gut daran ist auch, dass man sich auf diese Berufsvorstellung grundsätzlich verlassen kann. Man gewinnt über viele Jahre einen Einblick in den Beruf und es ist nicht nur eine wage Ahnung. Aus diesem Grund bekommt man nicht nur die positiven Seiten zu Gesicht, sondern ist sich auch der negativen bewusst. Man läuft nicht so schnell Gefahr sich in einer Wunschvorstellung zu verlieren und ist hinterher mit Beruf oder Studium unzufrieden, weil man ihn sich doch so ganz anders vorgestellt hatte. Außerdem sind die Familienmitglieder meisten, die Menschen, die dich am besten kennen und so kann einen ein gutes, ehrliches Gespräch über bereits gemachte Erfahrungen und Einschätzungen in der Zukunftsplanung viel weiterbringen. Der Beruf meiner Eltern und Verwandten, also meine Herkunft, hat bei meiner Entscheidung für ein Medizinstudium durchaus eine Rolle gespielt, aber der Hauptgrund war mein eigener Wunsch in einem Beruf zu arbeiten, der mit Menschen zu tun hat, indem ich Menschen helfen kann, der mir sinnvoll erscheint, mich fordert und mich so erfüllt.

Danke: An dieser Stelle möchte ich Johanna herzlich danken, dass sie sich darauf eingelassen hat, mit mir zu schreiben. Ich bin gespannt an welche Stelle dich Gott in Zukunft als Ärztin stellen wird.

  • Ganzheitlich:
  • Berufswahl früher: Früher hatten die Personen oft keine Wahl. Man musste den Betrieb von den Eltern übernehmen und so viele spezielle und spezialisierte Berufe haben sich erst immer mehr mir dem Fortschritt der Technik entwickelt. So musste ein Sohn oft den Bauernhof, Tischler- oder Schusterbetrieb des Vaters übernehmen. Ein Punkt war leider auch das Geld, was zum Studieren gebraucht wurde. Wenn keines da war, bestand selten die Möglichkeit fürs Studium .
  • Frauen und Berufswahl: Auch hier sei erwähnt, dass Frauen lange eine besondere Rolle bei Berufen hatten. Hier möchte ich nicht als Feministin klingen, aber ich stelle fest: Durch die Geschichte war es Frauen lange untersagt einen Beruf zu erlernen oder nur unter erschwerten Bedingungen. So ist für uns Frauen das Thema Berufswahl eigentlich noch relativ neu.
  • Einflüsse durch Herkunftsfamilie zur Berufswahl:
  • Ich vermute Gaben , Fertigkeiten und Fähigkeiten können durch die Generationen weitergegeben werden, aber oft ist es auch einfach das Interesse an einem Thema, z.B. Politik, Naturwissenschaft, Technik
  • Berufswahl heute :
  • Auch heute kommt es oft vor, dass man bei den Gedanken zur Berufswahl darüber nachdenkt, ob man den elterlichen Betrieb wie zum Beispiel ein Hotel zu übernehmen. Ich kann jeden verstehen, der länger darüber nachdenken muss. Ein Punkt ist sicher auch was man von den Eltern mitbekommt! Wenn man vor allem nur negatives mitbekommt, kann ich jeden verstehen, der sich nicht für einen ähnlichen Beruf entscheidet.
  • Es gibt in der Schulzeit oft einen Besuch im BIZ oder du kannst online Berufswahltests machen. Die beiden Möglichkeiten können dir besonders helfen ein wenig einzugrenzen, wenn du merkst du kannst wegen der vielen Optionen nicht entscheiden
  • Berufe entwickeln sich weiter und es kommen gerade durch die anhaltenden technischen Veränderungen immer neue Berufe dazu.

Zum Weiterdenken:

  • Kennst du Gaben , Fertigkeiten und Fähigkeiten, die durch die Generationen in deiner Familie weitergegeben wurden? Gibt es in deiner Familie Interesse an Politik, Naturwissenschaften und Technik?
  • Bist du bereits schon lange am Arbeiten? Hatte deine Herkunftsfamilie einen Einfluss auf deine Berufswahl? Oder wurde sie zu mindest inspiriert ?
  • Oder stehst du noch vor dem Thema Berufswahl? Inspiriert deine Herkunftsfamilie deine Berufswahl ?

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