FULLTIME VANLIFE | TINY | VON DORINA

Steigst du bei mir ein?
Komm, wir ziehen heut einfach los in
Richtung Freiheit, wo uns keiner kennt.
Und vor uns liegt das Glück auf dem Asphalt
Und der Blick ist weit, hier im Sonnenschein*
* “Glück auf dem Asphalt“ von Berge

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Vanlife ist ein Traum von vielen und es ist gar nicht schwer umzusetzen. Aber was bedeutet es, nicht nur Vanlife-Urlaub zu machen, sondern in einem Fahrzeug tatsächlich zu wohnen?

Als ich von meinem dreimonatigen Praktikum auf den Philippinen zurück kam, wusste ich, dass ich nicht viele Sachen und auch nicht viel Wohnraum zum Leben brauche. Ich habe mich auf die such nach kleinem Wohnraum gemacht. Superkleine Wohnungen gibt es kaum und so bin ich zum Vanlife und später auch Tinyhouses (dazu nächsten Monat mehr) gekommen.

Der Gedanke in einem Fahrzeug zu wohnen, alles dabei zu haben was ich brauche und hinfahren zu können wohin ich will gefällt mir sehr gut. Das ist ein Traum von Freiheit. Ich lebe diesen Traum noch nicht in Vollzeit, aber es ist gut möglich, dass ich ihn umsetze.

Im Folgenden lasse ich dich teilhaben an den Gedanken, die ich mir zu einem möglichen Fulltime-Vanlife, einem passenden Fahrzeug und das Geldverdienen im Camper mache.

G r u n d s ä t z l i c h es

Das der Alltag im Fahrzeug ist nicht so komfortabel wie in einem Haus oder einer Wohnung, die an Strom und Wasser und Wärme angeschlossen ist. Trotzdem ist Vanlife reizvoll. Warum interessierst du dich für Vanlife? Bevor jemand all-in geht empfehle ich, das Vanlife erstmal auf Zeit auszuprobieren.
Wenn man sich für FulltimeVanlife entschieden hat und zu 100% im Fahrzeug wohnen möchte, muss man sich Gedanken machen was mit der aktuellen Wohnung passiert. Wird alles verkauft, was nicht ins Fahrzeug passt oder können einige Sachen irgendwo untergestellt werden oder wird die Wohnung doch erstmal noch als „Homebase“ behalten? In Deutschland ist ein Fahrzeug nicht als Erstwohnsitz möglich, das bedeutet, offiziell müssen deutsche Vanlifer an einer Adresse gemeldet sein, dies kann auch bei Verwandten oder Freunden sein.

A r b e i t

Was mich zunächst vom Vanlife abgehalten hat, war meine Arbeit. Ich habe Soziale Arbeit studiert und dieser Beruf erfordert meistens die physische Präsenz. Daraufhin habe ich mich in Jobs ausprobiert, die mich Ortsunabhängig werden lassen, wie Webseiten erstellen und bearbeiten, Texten und Social Media Management. Ein Job, der sich im Homeoffice ausüben lässt, ist die perfekte Voraussetzung für Fulltime-Vanlife. Im Moment bin ich als Sozialarbeiterin angestellt und an einen Ort gebunden. Aber ist das ein Hindernis? Was hält mich denn vom Vanlife ab? Ich kann ja eigentlich trotz festem Job an einem Ort den Traum vom Vanlife leben und außerhalb der Arbeitszeit viel unterwegs sein?! Oder?

Vanlife ist außerdem eine tolle Art zu leben für Leute die ständig unterwegs sind und gerne ihr Heim um sich haben, wie beispielsweise Schauspieler und weitere Künstler, Monteure und alle Langzeitreisenden wie Eltern in Elternzeit, Studenten in den Semesterferien und Weltenbummler.

F a h r z e u g

Es gibt die verschiedensten Fahrzeugtypen fürs Vanlife. Hier ein paar Beispiele: normaler PKW, normaler PKW mit Dachzelt, Bulli, Bulli mit Hochdach, Transporter, etc.
Die Fahrzeuge und das nötige Zubehör kann man neu und gebraucht bei den jeweiligen Händlern vor Ort oder im Internet über verschiedene Plattformen finden.

v o r ü b e r l e g u n g e n

– Brauche ich das Fahrzeug für mich alleine oder mit einer anderen oder mehreren Personen?
– Wofür nutze ich das Fahrzeug? Brauche ich es nur zum schlafen, will ich darin arbeiten, ist es mir wichtig Leute einzuladen, bin ich meistens unterwegs?
– Ist Stehhöhe für mich wichtig oder bin ich nur zum Schlafen im Fahrzeug?
– Möchte ich von innen direkt ins Fahrerhaus gehen können oder reicht es von außen dort hin zu kommen (Transporter oder Bulli oder PKW)?
– Möchte ich das Fahrzeug selbst ausbauen oder damit direkt starten können?
– Welche Ausstattung und wie viel Platz brauche ich unbedingt, damit mein Alltag gelingt (Dusche, Toilette, Arbeitstisch, Küche, Surfboard)?
– Bin ich bereit multifunktionale Möbel täglich umzubauen oder soll alles fest und immer direkt nutzbar sein (z.B. Bett-Sofa-Tisch)?

K A U F E N

Mit dem eigenen Camper unterwegs zu sein bringt eine große Freiheit mit sich. Man kann sich einen fertig ausgebautes Fahrzeug gebraucht oder neu kaufen, mit dem man direkt los starten kann oder man kann ein „rohes“ Fahrzeug kaufen und es selbst ausbauen.
V O R T E I L E:
– es können bauliche Veränderungen vorgenommen werden (Umbau und ummelden zum Wohnmobiel, Stromanschluss nach Außen, Fenster einbauen)
– keine Kilometerbegrenzung
– das Fahrzeug kann nach belieben ausgebaut oder die Inneneinrichtung ausgesucht werden
– für Langzeitvanlife geeignet
N A C H T E I L E:
– alle Reparaturkosten müssen selbst übernommen werden, daher können immer wieder ungeahnte Kosten entstehen
– hohe Investition zu Beginn
– evtl. kompletter Ausbau in Eigenleistung – das braucht Zeit

L E A S I N G

Einen großen Transporter gibt es bereits ab 100€/ Monat zum leasen. Meistens darf man mit den geleasten Fahrzeugen im Standardvertrag 10.000km im Jahr fahren, alle Mehrkilometer kosten ein paar Cents.
V O R T E I L E:
– neues Fahrzeug (immer wieder ein neues Fahrzeug bei erneutem Leasing)
– keine hohe Investition zu Beginn sondern es ist auf monatliche Raten aufgeteilt
– Vanlife auf Zeit (1-2 Jahre) einfach möglich
– Kostenkalkulation für das Auto ist im Voraus planbar
– keine Werkstattkosten (wenn „Wartung und Verschleiß“ dazu gebucht wird, werden anfallende Reparaturen übernommen)
– das Fahrzeug kann nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und eingerichtet werden
N A C H T E I L E:
– es können keine baulichen Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden, denn das Auto muss ja nach dem Leasingzeitraum komplett wieder zurück gegeben werden
– es können nicht beliebig viele Kilometer gefahren werden (es sei denn man handelt das so aus oder zahlt hinterher die Mehrkilometer
– das Fahrzeug muss selbstständig ausgebaut werden – das braucht Zeit

A B B O N I E R E N / A U S L E I H E N

Für Vanlife auf Zeit bietet es sich an, ein Camper zu abonnieren, also auszuleihen.
V O R T E I L E:
– schnelles Starten möglich, da die Fahrzeuge fertig ausgebaut sind
– komplett eingerichtetes Fahrzeug
– gut geeignet für Vanlife für ein paar Wochen oder Monate
bestens dafür geeignet, das Vanlife zu testen, um zu wissen was man will, und braucht und was nicht
– es kann individuell vereinbart werden, wie viele km mit dem Fahrzeug gefahren werden darf
– Kosten sind im Vorhinein klar
N A C H T E I L E:
– nicht für Langzeitvanlife geeignet
– verhältnismäßig teuer

S t e l l p l ä t z e

Es gibt verschiedene apps, die Camperpark- und Campingplätze anzeigen. Die kann man nutzen und auch selbst durch weitere Orte ergänzen.Mir ist es beim Übernachten auf Parkplätzen wichtig an beleuchteten Plätzen zu stehen. Dort fühle ich mich sicherer. In Deutschland darf auf Parkplätzen keine Stühle und Tische neben dem Fahrzeug aufgestellt werden, denn das gilt als Wildcampen und ist verboten. An manchen Seen sind spezielle Camperparkplätze ausgeschildert, an denen man offiziell umsonst campen darf (Beispielsweise der Lippesee in Paderborn).

und du?

Zum Thema Vanlife gibt es so viel zu sagen (schreiben) und hier habe ich einen kleinen Teil aufgeschrieben. Was ist dir wichtig, wenn du an Vanlife denkst? Mit welchem Fahrzeug würdest du reisen, und warum? Welche Ausstattung darf nicht fehlen? Schreibe gerne in die Kommentare oder über das Kontaktformular.

Der nächste Aktikel dieser TINY-Serie heißt „VANLIFE PRAKTISCH“, in dem ich darüber schreibe wie Vanlife ganz konkret praktisch umgesetzt werden kann. Es geht unter anderem um Themen wie Kochen, Kühlschrank, Toilette, Dusche, Müll und Ausbau.

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Komm, wir ziehen heut einfach los in
Richtung Freiheit, wo uns keiner kennt.
Und vor uns liegt das Glück auf dem Asphalt und der Blick ist weit.
Wir schauen nicht mehr zurück, nur in die Ferne, denn wir haben Zeit*
* “Glück auf dem Asphalt“ von Berge

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