„DICH GIBT’S JA DOPPELT!“ – TEIL 2

Jede Mama ist zu bewundern. Sie leistet Unglaubliches!

Die Mutter von Zwillingen zu werden birgt verständlicherweise zusätzliche Herausforderungen. Von diesen lasse ich hier meine Mama und unsere liebe Laura berichten. Meine Mama hat mittlerweile erwachsene Zwillingstöchter, Lauras Mädels sind erst ein paar Wochen alt.

An dieser Stelle nochmal einen ganz herzlichen Glückwunsch zu diesen beiden kleinen Wundern und Gottes Segen euch als Eltern und als Familie!

Ich habe meiner Mama und Laura die gleichen Fragen gestellt, wie den Zwillingen vor ein paar Wochen (hier der Link zu Teil 1 – dort berichte ich auch davon was es mir bedeutet, eine Zwillingsschwester zu haben). Ohne weitere Umschweife – hier ihre Antworten:

1. Frage: Mama, findest du, wir sehen uns ähnlich?

Mama: Ja, auf jeden Fall, jetzt sogar mehr, als damals als ihr kleiner wart – je älter ihr wurdet, desto ähnlicher habt ihr euch gesehen und trotzdem auch ganz verschieden.

Laura, findest du, deine Töchter sehen sich ähnlich?

Laura: Nein, überhaupt nicht.

2. Frage: Was sind die Nachteile daran, die Mutter von Zwillingen zu sein?

Mama:  Man hat alles doppelt gebraucht und das gleichzeitig (z.B. Kleidung oder Schuhe oder die Klassenfahrt und Fahrkarten die gleichzeitig bezahlt werden mussten, Schulbedarf – das kam immer im Doppelpack).

Wenn eine mehr erzählt und forscher ist, kommt nur die zu Wort und die andere denkt sich, es ist ja schon alles gesagt und ruht sich drauf aus, indem sie dann wartet – „die andere wird ja schon antworten, dann brauche ich nichts mehr zu sagen“. Entweder eine hat sich ausgeruht auf der Antwort der anderen oder die eine hat die andere gar nicht zu Wort kommen lassen, wodurch die andere beleidigt war.

Ein Nachteil gegenüber Einzelkindern: wenn die eine was erzählt hat, hat die andere kritisiert oder gleich ein Urteil abgegeben, wo bei Einzelkindern keiner gleich ins Wort fällt oder was Positives oder Negatives dazu sagt. Das kann bei Zwillingen dazu führen, dass man eine Idee etc. gar nicht mehr erzählt/ ausspricht, weil man weiß, dass man dann kritisiert wird (obwohl es auch positive Kritik gab) – das sehe ich als Einschränkung für den einzelnen Zwilling.

Als ihr klein wart, wolltet ihr beide gleichzeitig essen, also zwei weinen und müssen beruhigt werden. Nervensache – da muss man ruhig bleiben…

Dann im Kindergarten: ich musste zwei Laternen basteln in der Zeit wo andere eine basteln konnten – genauso mit den zwei Schultüten.

Und ihr habt euch gegenseitig vom Schlafen abgehalten (das wäre sonst wahrscheinlich schneller gegangen).

Laura: Man ist stark beschäftigt und hat eine doppelte Verantwortung.

Außerdem hat man mehr Ausgaben bezüglich Pampers, der Ausstattung, eventuell sogar ein neues Auto.

Man hat als Eltern weniger Pausen oder Zeit für seine Hobbys. Jegliche Aktionen benötigen mehr Aufwand. Man muss beide Kinder anziehen, stillen, wickeln, zum Schlafen bringen usw.

3. Frage: Was sind die Vorteile?

Mama: Man hat zwei Kinder gleichzeitig groß.

Als ihr in der gleichen Klasse wart: man musste nur zu einem Elternsprechtag und einem Elternabend – man hat sich einen Termin gespart.

Ihr hattet immer jemanden zum Spielen, man musste nicht immer was organisieren und sich treffen, ihr wart immer gut beschäftigt. Durch Unternehmungen hat man euch manchmal eher gestört. Ihr wolltet das gar nicht – ein Vorfall: ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich euch immer alleine spielen ließ und dachte mir, dass ich jetzt auch mal mit euch spielen muss und bin ins Kinderzimmer gekommen und irgendwann habt ihr dann gesagt: „Mama, kannst du jetzt rausgehen? Wir wollen spielen.“ Da war für mich klar – gut, ich muss das gar nicht machen.

Laura: Man ist schneller fertig mit der Kinderplanung.

Sie sind zusammen einfach süß und es macht Spaß sie gleich anzuziehen.

Sie haben die gleichen Bedürfnisse (Kleidung/ Kindergartenplatz/ Schule, gleicher Entwicklungsstand), also müssen viele Entscheidungen nur einmal getroffen werden.

Außerdem hat man immer einen Säugling zum Kuscheln und muss nicht mit seinem Partner teilen.

4. Frage: Was hättest du dir von anderen im Umgang mit dem Zwilling-Sein deiner Kinder manchmal gewünscht? Was hätten andere bleiben lassen können? (Verwandte/ Lehrer/ Freunde/ Bekannte)

Mama:  Das man euch nicht immer vergleicht (in der Schule und auch so – was die eine besser kann, dass die andere größer ist usw.), der direkte Vergleich immer.

Das man sich oft keine Mühe gemacht hat, euch überhaupt zu unterscheiden und das ihr nicht immer mit Namen angesprochen wurdet oder der vorsichtshalber weggelassen wurde und man das umging, um nichts Falsches zu sagen, weil diejenigen nicht wussten, ist das jetzt die oder die? Wenn man nicht mal nachgefragt hat nach dem Namen – denn das wäre ja in Ordnung gewesen.

Damals waren Zwillinge selten und etwas Besonderes – jeder hat geguckt und war interessiert usw. Trotzdem wurde manchmal gefragt, ob ich eine Hormontherapie hatte oder die Zwillinge so bekommen habe. Heute ist das denke ich häufiger der Fall, aber früher war das eigentlich eine sehr ungewöhnliche Frage – da war ich immer ganz froh, sagen zu können „nein, das ist ganz natürlich so gekommen, da habe ich nicht nachgeholfen“.

Laura: Mein Umfeld geht super damit um. Ich bekam praktische Hilfe im Alltag/ Haushalt. Alle haben Verständnis für meine Müdigkeit, Reizbarkeit und fürs zu spät kommen. Auch für wenig Teilnahme an Hobbys und anderen Aktionen. Außerdem waren alle sehr nachsichtig in der Schwangerschaft und jetzt nach der Geburt mit mir, meiner körperlichen Hilflosigkeit und den Emotionen.

Was mir in der Schwangerschaft gar nicht gefiel waren einige, wahrscheinlich gut gemeinte Kommentare. Zum Beispiel, dass 3-4 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin ja gar nicht mehr lang seien und ich es ja schon bald geschafft hätte. Dabei war jeder Tag am Ende der Schwangerschaft echt qualvoll und da sind 3-4 Wochen nicht „bald“ sondern noch ziemlich lang. Dann gab es immer wieder Kommentare, dass ein 4kg Einling ja genauso anstrengend wie eine Zwillingsschwangerschaft wäre – HA HA!!!

5. Frage: Was war dein schönster oder witzigster Zwillingsmoment?

Mama: Als ihr 15 Monate alt ward: im Italien-Urlaub auf der Schifffahrt/ Überfahrt nach Venedig – 2 ältere Frauen wussten nicht, dass wir auch Deutsch verstehen und wir haben uns das auch nicht anmerken lassen , aber die haben dann gerätselt: „Das sind bestimmt Geschwister und keine Zwillinge, denn die eine ist ja viel größer als die andere, aber mehr als 9 Monate können da auch nicht zwischen liegen, also die müssen ja ganz schnell hintereinander gekommen sein“ – das fand ich schon witzig und hab sie auch in dem Glauben gelassen.

Laura: Da gibt es viele:

Als beide endlich in meinen Armen lagen nach der Geburt.

Wenn beide schlafen und besonders wenn sie nebeneinander schlafen.

Beide gleichzeitig zu stillen.

Der witzigste Moment: als sie nebeneinander geschlafen haben und die eine plötzlich laut anfängt bei der anderen ins Ohr zu schreien und die dann aus dem Schlaf ganz geschockt die Augen aufreißt, weil sie sich so erschrocken hat.

Fest steht…

…so herausfordernd es auch sein kann, die Mama von Zwillingen zu sein, so schön ist es auf der anderen Seite und eben immer noch etwas ganz Besonderes.

Ein Kommentar zu “„DICH GIBT’S JA DOPPELT!“ – TEIL 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s