BEZIEHUNGEN & ICH

5 Frauen schreiben aus verschiedenen Perspektiven, über das gleiche Thema: Beziehungen. Beziehungen haben viele Dimensionen. Und ein paar dieser Dimensionen betrachten wir in diesem Blogbeitrag. Wir wollen dich einladen, Beziehungen zu reflektieren, zu gestalten und zu genießen.

BEZIEHUNGEN & DORINA

Mein Name ist Dorina,

ich liebe Begegnungen vor Ort,

die man nicht planen muss

und ich schreibe aus der

Beziehungs-Perspektive.

Gemeinschaft erleben 

Wir schreiben hier über Veränderungen in Beziehungen. Und eine Veränderung die uns alle betrifft, ist die der Kontaktbeschränkungen. Ich vermisse es, eine größere Veranstaltung zu besuchen und ganz entspannt mit den Leuten um mich herum zu quatschen und neue Leute kennen zu lernen. Danach sehne ich mich. Aber ich habe es mir auch angewöhnt, mehr für das  dankbar zu sein, was ich habe, anstatt mich auf das zu konzentrieren was ich nicht habe. Wenn du dich aufgrund der Coronaregeln und deiner Wohnsituation alleine fühlst, ist es an der Zeit, deine Welt zu verändern. Meine Intention mit diesem Text, ist es, dich zu mutigen Schritten zu inspirieren.

Die Blase der Normalität

Jesus ist mit 12 Freunden für drei Jahre unterwegs gewesen. Sie haben viel miteinander erlebt und das Leben geteilt.  Unter Christen heißt es oft, das Ziel sei, Jesus ähnlicher zu werden – in allen Punkten!?! Ich persönlich denke, dass zu diesem Ziel, enge Gemeinschaft dazu gehört. Wie ist das heute möglich? Man darf sich ja aktuell nur mit einer Person aus einem weiteren Haushalt treffen. Aber was wäre, wenn deine Freunde Teil deines eigenen Haushaltes wären? Ich habe erlebt, dass in einem Haushalt, in dem mehrere Personen wohnen, eine Blase der Normalität entsteht. Man kann sich “normal” begegnen und den Alltag gemeinsam gestalten. Natürlich kann es auch mal Streitigkeiten geben. Das darf dazu gehören. Alle die alleine  wohnen, sich mehr Gemeinschaft wünschen, aber durch aktuelle Regeln eingeschränkt werden, ermutige ich, aktiv zu werden und eine Wohngemeinschaft zu suchen oder zu organisieren.  

ZUM WEITERDENKEN:

Fühlst du dich durch Corona-Regeln eingeschränkt und alleine?
Wer sind deine Freunde, mit denen du durchs Leben gehst?
Könntest du dir ein Leben in einem gemeinschaftlichen Haushalt vorstellen?

Hier kannst du noch mehr von Dorina lesen.


BEZIEHUNGEN & LILLI

Mein Name ist Lilli,

ich schätze meine Freundschaften

zu verheirateten Freundinnen

und ich schreibe aus der

Single-Perspektive.

Beziehungen verändern sich ständig. Ich muss zugeben, dass ich manchmal so meine Schwierigkeiten damit habe. Ich möchte gerne, dass alles beim Alten bleibt. Damit meine ich, dass meine Freundinnen Zeit für mich haben und sich oft mit mir treffen können. Das ändert sich aber, wenn sie einen Freund bekommen und heiraten. In der Vergangenheit bin ich schlechter damit zurechtgekommen. Ich fühlte mich nicht mehr so wichtig und nicht gesehen. Es fehlte mir die Leichtigkeit und Spontaneität in der Freundschaft. Wenn ich spontan eine Idee hatte, etwas mit ihnen zu machen, habe ich schon mal eine Absage bekommen. Das hat mich dann oft gehindert mich überhaupt bei meinen Mädels zu melden. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass ich nicht mehr gesehen wurde. Manchmal haben sich meine Freundinnen auch weniger bei mir gemeldet.

Dadurch habe ich mich zurückgezogen. Ich wollte gesehen werden und wissen, dass meine Freundinnen an mich denken. Oft habe ich erwartet, dass sie sich zuerst melden. Wenn das nicht passierte, war ich beleidigt und habe mich ebenfalls nicht gemeldet. Manche Freundschaft sind so auseinander gegangen.

Inzwischen habe ich Einiges dazu gelernt. Ich nehme es nicht mehr so schwer, wenn sich Freundinnen in einer Beziehung (Freund oder Ehemann), nicht mehr so oft melden. Wenn ich etwas mit ihnen machen möchte, melde ich mich einfach. Ich erwarte nicht, dass nur sie mich sehen. Ich möchte sie ebenfalls sehen und ihnen das Gefühl geben, dass sie mir wichtig sind. Wer will nicht gesehen werden? Ich denke, jeder möchte angenommen sein.

So habe ich mir vorgenommen meine Erwartungen zu verändern. So wie Beziehungen und Freundschaft sich verändern, verändern sich auch die Erwartungen an eine Freundschaft. Ich kann von einer verheirateten Freundin nicht erwarten, dass sie so spontan und ungebunden ist wie sie es vor der Ehe war. Ihre Situation hat sich geändert. Trotzdem möchte ich diese Freundschaft wertschätzen und pflegen, weil sie mir wichtig ist. Ich kann sie unterstützen, mich bei ihr melden und einfach die Zeit mit ihr genießen, die sie für mich hat. Ich möchte nicht im Inneren schmollen, weil sie sich schon wieder nicht gemeldet hat. Vielleicht treffen wir uns einfach einmal in zwei Monaten, statt wie früher jeden Monat einmal. Aber das ist auch ok. Aber wenn ich doch einmal zu kurz komme, hoffe ich, dass ich das offen bei meinen verheirateten Freundinnen ansprechen kann. Sie sollen wissen, dass mir die Freundschaft zu ihnen wichtig ist und ich gerne Zeit mit ihnen verbringe.

ZUM WEITERDENKEN:

Welche Erwartungen hast du an deine Beziehungen? Kannst du mit deinen Freundinnen darüber sprechen, was du brauchst?

Hier kannst du noch mehr von Lilli lesen.


BEZIEHUNGEN & ANNA

Mein Name ist Anna,

ich habe über Veränderungen in Beziehungen,

mit und durch Corona geschrieben

und ich schreibe aus der

Single-Perspektive.

Dieses Mal geht es um das Thema Beziehungen. In den folgenden Zeilen möchte ich meine Gedanken zu Beziehungsveränderungen mit und durch Corona teilen. Beziehungen und Freundschaften sind für Menschen, die Beziehungswesen sind, sehr wichtig. Gerade im letzten Jahr waren Beziehungen und Freundschaften noch wichtiger.

 Ein Teil, der sich bei mir seit Corona verändert hat, sind Begrüssungsrituale! Auch heute überlege ich oft, wie ich einzelne Personen begrüsse. Früher habe ich gute Freunde zur Begrüssung oft umarmt! Im Moment überlege ich mir immer 2 mal, wen ich umarme oder ob ich umarme. Ich vermisse die Begrüssungsrituale unter Freundinnen und auch in der Gemeinde schon manchmal, aber ich bin schon überrascht, wie schnell man sich mit der Zeit umgewöhnen kann! Zwei andere wichtige Punkte sind Beziehungspflege und Kontakte und Gemeinschaft! Am Anfang habe ich zwischendurch gedacht, dass ich meine Kontakte auf ein Minimum reduziere, da war mein beruflicher Kontetxt ein zusätzlicher Punkt für diese Entscheidung. So hatte ich das erstmal ausprobiert, aber ich habe schnell gemerkt, dass mir das so wenig ist. Jetzt habe ich zwar immer noch wenige Kontakte, oft sind es die gleichen Personen, aber die Zeit ist definitiv intensiver und qualitativer. Ich plane Termine und Treffen genauer und oft versuche ich sie mit einem Spaziergang zu verbinden. Meist treffe ich mich mit den 2-3 Personen, die ich seit Anfang der Pandemie getroffen habe. Eine weitere Art, meine Beziehungen zu Pflegen, ist bewusst Zeit am Telefon mit einer Person zu verbringen oder einfach einen Kaffee am Telefon zu trinken. Was ich erst jetzt beim Schreiben merke, ist, dass ich im letzten Jahr unbewusst weniger Kontakte über Messenger gehalten habe. Sonst war ich nämlich immer die Person, die versucht hat Kontakte zu halten und von Zeit einfach mal Personen geschrieben habe und gefragt habe, wie es ihnen geht. Das Thema Gemeinschaft ist auch wichtig im Zusammenhang! Auch wenn ich Personen lieber immer noch im realen Leben sehe, ist es mir lieber, sie online oder über Bild zu sehen, als gar nicht!

Wie hast du die letzten Monate erlebt? Wie haben sich deine Beziehungen durch und mit Corona verändert? Wie ist es dir als Single ergangen? Beim Schreiben dieser Zeilen fiel mir etwas auf. Ein wichtiger Punkt im Thema Beziehungspflege ist die Schere in der Gesellschaft zwischen viel mehr Arbeit (durch Corona), Normale Arbeit und Home Office. Das ist sicher auch ein wichtiger Grund, wie die Beziehungen wärend Corona gepflegt werden konnten. Da spielte diesmal auch der berufliche Hintergrund auch eine grosse Rolle. Wer den ganzen Tag Home Office macht, freut sich sicher mal jemand anderes zu sehen, als nur sein Notebook. Jemand, der die ganze Zeit unter Menschen ist, geniesst zwar auch die Zeit mit anderen, braucht aber sicher auch Zeit zum Ausruhen und Kraft tanken! Da brauche ich zum Beispiel beides- Zeit nehmen mit anderen und Zeit nehmen zum Ausruhen und Kraft tanken, dass ist mir im letzten Jahr nochmal deutlicher klar geworden!

ZUM WEITERDENKEN:
Wie ist es dir als Single ergangen? Wie konntest du deine Kontakte und Beziehungen pflegen? Was hat sich bei verändert und was fehlt dir? Was möchtest du in diesem Jahr anders machen?

Hier kannst du noch mehr von Anna lesen.


BEZIEHUNGEN & LAURA

Mein Name ist Laura,

ich habe einen Brief an

mein „großes Mädchen“ verfasst

und ich schreibe aus der

Ehefrau-& Mutter -Perspektive.

Ein Brief an mein „großes“ Mädchen.

Über die Veränderung unserer Beziehung.

Liebes Mädchen,

es hat sich etwas verändert. 
Etwas, was in deiner kleinen Welt ganz herausragend ist. 
Etwas, das du vorher in keinster Art und Weise erlebt hast.
Etwas, was du vorher weder ahnen noch fühlen konntest.
Während wir die Möglichkeit hatten uns mental auf die kommende Veränderung vorzubereiten, konntest du nicht einmal wissen, was dies für dich tatsächlich bedeuten würde. 
Ja, du wusstest, du bekommst zwei Schwestern. Wahrscheinlich dachtest du, dass du mit ihnen spielen könntest und dass alles gut werden würde.
Und dann sind sie da. Mama und Papa verbringen viel Zeit mit den Beiden. Geben dir kurze Antworten, mehr Anweisungen und weniger Aufmerksamkeit. Zwischen Stillen und Wickeln gibt es kurze Momente der Zweisamkeit mit dir, die meist durch ein Schreien unterbrochen werden.
Und dann sollst du dich zusammenreißen, nicht weinen oder jammern, denn du bist jetzt ja schon groß. 
Als ob die Geburt der Zwillinge dich automatisch reifer machen würde. 
Aber das hat sie. Manches Mal verlange ich viel zu viel von dir. Dann suche ich das Gespräch und den Austausch. Unter Tränen entschuldige ich mich und auf erstaunliche Weise vergibst du. Immer wieder! Und immer wieder mussten wir uns sagen: Sie ist auch noch klein. Es ist eine große Veränderung und auch eine Herausforderung für sie. Wir müssen uns bewusst mehr Zeit für sie nehmen, ihr all unsere, sich nicht veränderte, Liebe zeigen. Mehr gemeinsam spielen und ihr zeigen, wie sie mit ihren Schwestern spielen kann. 
Mein liebes Mädchen du machst das so so gut. Du lernst Verständnis zu zeigen. Du bist liebevoll und hast die Kleinen im Blick. „Mamaaaa, die buckt“ rufst du mir zu, sobald eine gespuckt hat. 
Ich dachte ich könnte schreiben, dass meine Liebe zu dir unverändert ist, aber nein das ist sie nicht. Sie ist so viel stärker geworden. Ich sehe dich plötzlich mit anderen Augen. Du hast so viele liebenswürdige Eigenschaften entwickelt. Du bist, so wie du lebst und liebst eine wunderschöne Persönlichkeit. Irgendwie bist du „erwachsener“ geworden und unsere Beziehung zueinander reicher an Erfahrung. Reicher an gegenseitigem Vertrauen, reicher an Freundschaft, reicher an „Ich hab dich lieb“-Geständnissen, reicher an geplanten Spielzeiten, gemeinsamen Buch lesen und ausgelassenem Toben. 
Du hast nicht nur Freude in unser Leben gebracht, nein – du sorgst stetig dafür, dass wir wachsen, staunen und lieben. 

Deine dich immer liebende Mama 


Hier kannst du noch mehr von Laura lesen.


BEZIEHUNGEN & MELISSA

Mein Name ist Melissa,

ich bin in neuen Beziehungen

zunächst etwas schüchtern

und ich schreibe aus der

Ehefrau-Perspektive.

Beziehungen verändern sich im Laufe des Lebens. In diesem Beitrag möchte ich ein klein wenig darauf eingehen, wie sich meine Beziehungen zu verschiedenen Personengruppen seit meiner Hochzeit mit Liebling verändert haben. 

Zeit mit meinen Freundinnen muss sein. Doch schon zu Anfang unsere Beziehung musste ich die Zeit mit ihnen zugunsten von Liebling beschneiden. Zum Glück hatten Alle Verständnis dafür. Besuche von meinen Freundinnen sind jetzt teilweise anders. Ich glaube, das liegt schlichtweg an Lieblings Anwesenheit. Wir müssen uns alle erst an die neue Situation gewöhnen. Aber ich bin sehr froh und dankbar dafür, dass sich eigentlich alle meine engen Freunde wunderbar mit Liebling verstehen. 

Was entspannter geworden ist, sind Bekanntschaften zu anderen (vor allem ledigen) Männern. Ich sehe nicht mehr in jedem einen potenziellen „Mr. Right“ (ja, innerlich habe ich dazu geneigt) und auch mein Gegenüber weiß, dass ich vergeben und nicht auf der Suche bin. Jeder weiß, woran er ist. Das macht es unkomplizierter. 

Was seit der Hochzeit stärker zugenommen hat, sind Freundschaften zu Lieblings Freunden. Die sehe ich nun natürlich öfter als vorher. Hier musste ich mich erstmal einfinden und anfangs vielleicht sogar ein wenig beweisen. Aber ich kann von ganzem Herzen sagen, dass ich sie alle sehr mag und froh darüber bin, sie nun auch als meine Freunde betrachten zu dürfen. 

Natürlich verhält es sich ähnlich mit meiner Schwiegerfamilie. Da sie im Süden wohnt sehen wir uns leider nicht oft, dafür umso intensiver, wenn wir für ein paar Tage runterfahren. Das war vor allem die ersten Male sehr aufregend, weil man natürlich einen guten Eindruck machen möchte. Aber mit ihrer Liebenswürdigkeit haben sie es mir ganz einfach gemacht, mich bei ihnen willkommen zu fühlen und mich ganz schnell als Teil der Familie zu betrachten. Zudem bin ich sehr froh, über die technischen Mittel heutzutage mit denen es so einfach geworden ist, in Kontakt zu bleiben – und sei es nur mit kurzen Nachrichten zwischendurch. 

Mit meiner eigenen Familie Kontakt zu halten ist jetzt etwas aufwändiger geworden. Da ich vor unserer Hochzeit noch zusammen mit Brüderchen bei Mama und Papa gewohnt habe, hatten wir selbstverständlich viel Kontakt, der jetzt mit einem Mal weggebrochen ist. Es ist eine neue Erfahrung und eine Umstellung, jetzt viel aktiver werden zu müssen, um diese Beziehungen zu pflegen. 

Noch etwas Neues: in manchen Kreisen bin ich jetzt „die Frau von“ und werde neugierig beäugt. Aber das stört mich eigentlich nicht. Es bringt mich eher zum Schmunzeln. Und da Liebling in manchen meiner Kreise „der Mann von“ ist, kommt es wahrscheinlich zu einer ausgleichenden Gerechtigkeit. 

ZUM WEITERDENKEN:

Wie haben sich Beziehungen bei dir durch deine Umstände/ Lebenssituation verändert?

Hier kannst du noch mehr von Melissa lesen.


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